Claudicatio intermittens beim jungen Patienten
  • Title: Claudicatio intermittens beim jungen Patienten
  • Open Access: Nee
  • Language: German
  • Year: 2025
  • DOI/URL: https://doi.org/10.1007/978-3-662-68516-7_36
  • Publication Date: 16-07-2025
  • Journal: Springer
  • Authors:

    Fung Ying Man and Ralph-Ingo Rückert 

Die Ursachen einer Claudicatio intermittens bei jungen Patienten können vielfältig sein. Neben entzündlichen oder embolisch bedingten Erkrankungen oder auch zentralen Stenosen in der Aorta, welche Einfluss auf die Gefäßdurchgängigkeit haben, geht es hier vor allem um eine krankheitsbedingte Kompression auf das Gefäß von außen („popliteal entrapment“ und extravaskuläre Raumforderungen), aber auch um nichtentzündliche Veränderungen der Gefäßwand. Als Beispiel seien hier die Endofibrose und die zystische Adventitadegeneration genannt. Insgesamt handelt es sich um seltene Erkrankungen, welche meist sehr verzögert und erst nach Konsultation von mehreren Ärzten diagnostiziert werden. Den Kompressionen von außen ist gemein, dass eine reine Behandlung des Gefäßes nicht zielführend ist, Die Kompression muss behoben werden und erst dann kann der Gefäßschaden inspiziert werden, um weitere rekonstruktive Maßnahmen durchzuführen. Dies ist davon unabhängig, ob es sich etwa um eine Exostose oder einen aberranten Muskel beim Popliteal Entrapment handelt. Gerade bei diesem sind funktionelle Untersuchungen, z. B. Duplexsonografie in verschiedenen Provokationsstellungen, ausschlaggebend, um die Diagnose zu stellen. Bei der zystischen Adventitiadegeneration kommt es zu einer geleeartigen Ansammlung von Flüssigkeit unterhalb der Adventitia. Auch hier ist die Duplexsonografie das diagnostische Mittel der ersten Wahl. Die Therapie erfolgt lokal mit oder ohne Kontinuitätsresektion. Bei der Endofibrose, welche vor allem bei Leistungssportlern auftritt, kommt es zu Verengungen der Arterien im Beckenbereich, welche häufig erst bei maximaler Belastung symptomatisch werden. Auch hier ist die Therapie der Wahl eine lokale Therapie des betroffenen Segmentes.